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RBB – super Marketing, danke!

Die Tage wurde vom RBB mitgeteilt, dass die Intendantin Patricia Schlesinger auf Grund von Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme mit sofortiger Wirkung zurücktrete. Derzeit läuft eine externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei und ich kann nicht beurteilen, ob die Vorwürfe der Realität entsprechen – aber das ist schon das erste Argument dafür, dass gutes Compliance Management wichtig ist, denn man will ja allein den Anschein von unethischem Verhalten verhindern und somit vermeiden, dass die Presse aus „nichts“ oder eines wirklich eher unbedeutenden Vorfalls dramatische Meldungen, die letztendlich diffamierend sein können, produziert. Daher folgender Gruß aus der Sommerpause an den RBB bzw. direkt an alle Rundfunkveranstalter, die sich einmal kurz fragen sollten, wie ihre Ethik & Compliance Kultur so beschaffen ist:


Lieber RBB! Zunächst einmal vielen Dank für das Marketing - eine schönere Case Study für die Konsequenzen eines fehlenden oder schlechten Ethik & Compliance Managements so direkt vor der Haustür in Berlin kann man sich als Beraterin ja kaum wünschen. Mir gingen schon langsam gute Beispiele für anschauliche Compliance Verstöße in Trainings bei meinen Klienten aus, doch jetzt habe ich wieder kreativen und wirklichkeitsnahen Input bekommen. Dennoch erwarte ich aber auch als interessierte und Rundfunkgebühren zahlende Bürgerin, also quasi als Stakeholderin oder genauer gesagt Investorin, dass der RBB (bzw. alle Rundfunkanstalten!) bitte eine angemessene Compliance Kultur ausbilden, effiziente und effektive Prozesse implementieren und dass auch gerade der „Tone at the Top“ von ethischem Verhalten geprägt ist, so dass solche peinlichen Fälle wie der aktuelle mit dem Rücktritt der Intendantin verhindert werden können! Immerhin ist der Auftrag der Rundfunkanstalten die Grundversorgung mit Hörfunk und Fernsehen, und da dies maßgeblich für die Meinungsbildung in der Gesellschaft ist, sollten auch alle dafür arbeitenden Personen eine Vorbildfunktion einnehmen. Das scheint ja gerade nicht so gut zu klappen.


Da ich mich aber nicht nur untätig empören will, biete ich gerne meine Unterstützung für eine Verbesserung der Situation an, sollten meine Auftragsbücher nach dieser unfreiwilligen Kampagne (und dem bevorstehenden Erlass des Hinweisgeberschutzgesetzes) nicht schon aus allen Nähten platzen. Ich würde mich wirklich freuen, wenn ich dazu beitragen könnte, dass ethisches Verhalten gerade in für die Gesellschaft so präsenten Organisationen „from the top to the bottom“ die Grundlage der Unternehmenskultur ist. Denn am Ende ist Compliance, trotz einiger Regeln und Prozesse die man vielleicht braucht, ein Kulturthema.


Viele Grüße,

Ihre Maxie-Lina Mehling

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